“Leben ist Kommunikation – Kommunikation ist Leben”

Allgemeines zur logopädischen Behandlung

1. Was ist Logopädie?

„Da lernt man „schön“ sprechen oder „Da geht man hin, wenn man lispelt“ sind nur zwei der Aussagen, die wir immer wieder hören.

Dabei ist das Aufgabengebiet der Logopädie viel umfangreicher.
Logopäden sind darin ausgebildet festzustellen, ob eine Sprach-, Sprech-, Stimm- oder auch Schluckstörung vorliegt und wie sie zu behandeln ist. Sie diagnostizieren und therapieren auf der Grundlage einer ärztlichen Verordnung („Rezept“) und beraten Patienten und ihre Angehörigen.
Im Vorfeld von Erkrankungen können logopädische Beratung und Präventionsangebote (Maßnahmen zur Vorbeugung) dazu beitragen, Kommunikationsstörungen und anderen Beeinträchtigungen im logopädischen Bereich vorzubeugen.

Auch während einer Erkrankung können Logopäden helfen, mögliche Folgen für die Sprache, das Sprechen, das Schlucken oder die Stimme abzuwenden, beziehungsweise abzumildern.

In jedem Fall gilt: Je früher therapeutische Maßnahmen einsetzen, desto besser sind die Erfolgsaussichten der Behandlung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Menschen, die in ihrer Kommunikationsfähigkeit eingeschränkt sind (durch Lautbildung, Redefluss, Stimme…) diese durch die logopädische Therapie (wieder-) erlangen und so eine positive Auswirkung auf ihre allgemeine Lebensqualität erfahren können.

Dies gilt für Erwachsene genauso wie für Kinder.

2. Wen behandeln Logopäden?

Logopäden behandeln Menschen, die unter Sprach-, Sprech-, Stimm- oder Schluckstörungen leiden.

Therapien bei Klein- und Vorschulkindern werden angeboten, wenn:

  • die Sprachentwicklung verzögert abläuft
  • das Sprachverständnis nicht altersentsprechend ist
  • bestimmte Laute nicht oder falsch gebildet werden
  • der Wortschatz oder die Grammatik nicht dem Alter angemessen entwickelt sind
  • die Sprachentwicklung durch eine Hörstörung (peripher oder zentral; AVWS) beeinträchtigt ist
  • der Redefluss unterbrochen ist oder das Sprechtempo so hoch ist, dass Laute, Silben oder ganze Wörter ausgelassen werden (Stottern oder Poltern)
  • die Stimme auffällig erscheint
  • ein Ungleichgewicht in der orofazialen Muskulatur besteht (Gesicht und Mund betreffend)

Therapien im Schulalter werden empfohlen, wenn:

  • bei kieferorthopädischer Behandlung eine Zungenfehlfunktion oder ein falsches Schluckmuster festgestellt werden
  • Kinder Schwierigkeiten im sprachlichen Ausdruck haben
  • das Erlernen des Lesens und Schreibens große Schwierigkeiten bereitet und als Ursache dafür eine Sprachentwicklungsstörung oder eine auditive Wahrnehmungsstörung angesehen werden kann
  • Redeflussstörungen, wie Stottern und Poltern, die Persönlichkeitsentwicklung hemmen

Therapien im Erwachsenenalter sollten in Anspruch genommen werden, wenn:

  • nach Schlaganfall oder bei neurologischen Erkrankungen die Sprache, das Sprachverständnis, das Sprechvermögen, das Lesen und Schreiben und/oder das Schlucken beeinträchtigt sind
  • die Stimme organisch, funktionell oder psychisch bedingt nicht mehr belastungsfähig ist
  • Redeflussstörungen das berufliche Vorankommen beeinträchtigen
  • eine schwerwiegende Operation oder Tumorbehandlung im HNO-Bereich durchgeführt wurde
  • ein Leidensdruck aufgrund einer Artikulationsstörung oder anderen Sprech- und Sprachschwierigkeiten besteht

Haben Sie noch Fragen? Haben Sie oder ein Angehöriger ein Problem, das nicht erwähnt wurde? Bitte kontaktieren Sie uns. Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

weitere Einzelheiten unter Behandlungsfelder der Logopädie

3. Wie bekomme ich eine Therapie und welche Kosten kommen auf mich zu?

Die logopädischen Behandlungen sind Leistungen des Heilmittelkataloges und werden daher von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Der Arzt (Hausarzt, Kinderarzt, Kieferorthopäde, HNO, Neurologe ….) stellt für die Behandlung eine Verordnung aus.
In der Regel werden die Therapien in der Praxis Ihrer Wahl durchgeführt.
In Einzelfällen ist es jedoch auch möglich, aufgrund einer medizinischen Notwendigkeit, die Therapie als Hausbesuch verordnet zu bekommen. Hierfür muss der verordnende Arzt das entsprechende Feld auf dem Verordnungsblatt ausfüllen.

Patienten über 18 Jahren müssen jedoch einen Eigenanteil von 10% zzgl. 10 € Verordnungsgebühr leisten. Die Summe richtet sich nach den mit den Krankenkassenverbänden vereinbarten Therapiesätzen und liegt für eine Verordnung mit 10 Behandlungseinheiten zwischen 40,00 und 50,00 €.
Nähere Informationen hierzu können Sie gerne bei uns erfragen!

Kinder bis 18 Jahren, oder Patienten die eine Gebührenbefreiung haben, sind von dieser Zuzahlung ausgenommen.

Privatversicherte Personen schließen mit dem Therapeuten einen Behandlungsvertrag. Die Höhe des Honorars wird im ersten Termin oder im Vorfeld vereinbart.

4. Wie lange dauert die Therapie?

Die Dauer der Therapie ist von vielen Faktoren abhängig, wie beispielsweise Mitarbeit und Motivation in der Therapie, Vertrauen in die Kompetenz des Therapeuten, häusliches Üben, Regelmäßigkeit, Schwere der Symptomatik u.v.m. und kann nicht pauschal vorhergesagt werden.

Häufig werden Verordnungen für 10 Behandlungseinheiten á 45 Min. ausgestellt.
Nach der Erstverordnung sind Folgeverordnungen möglich.
Je nach Störungsbild kann die Anzahl der wöchentlichen Therapieeinheiten ebenfalls variieren. In der Regel findet die Therapie ein- bis zweimal wöchentlich statt. In Einzelfällen kann jedoch auch eine intensivere Behandlung, bis zu täglichen Therapieeinheiten, erfolgen.

5. Was geschieht bei einer logopädischen Behandlung?

Anamnese

Zunächst wird in einem Gespräch die Krankengeschichte des Patienten erörtert. Dies geschieht durch den Patienten selber, durch Eltern oder ggf. durch Ehepartner oder andere Vertrauenspersonen.

Diagnostik

Danach macht sich der Logopäde, auf die Diagnostik des verordnenden Arztes stützend, ein Bild über die Leistungen und Symptomatiken des Patienten. Hierzu steht eine Vielzahl von Testverfahren zur Verfügung.
Bei Kindern wird Wert darauf gelegt, diese spielerisch durchzuführen, soweit es der jeweilige Test erlaubt.

Therapie

Im Anschluß an die Diagnostik wird für den Patienten ein Therapieplan erstellt. In einigen Fällen kann eine Gruppentherapie als sinnvoll erachtet werden, in der Regel finden die Stunden jedoch als Einzeltherapie statt.
Jede Therapie wird individuell auf den entsprechenden Patienten und dessen Besonderheiten zugeschnitten.

Beratung

Neben der intensiven Arbeit mit dem Patienten kann auch die Einbeziehung von Angehörigen zum Therapieerfolg beitragen. In diesen Fällen finden zusätzlich Beratungsgespräche (Unterstützung der Eltern zu Hause, Kommunikationsverhalten mit dem Partner, Freunden ...) statt. Natürlich werden auch Sie als Patient umfassend zu Ihrer individuellen Situation beraten.
Bei Therapien mit Kindern werden ca. 5 bis 10 Minuten einer Therapiesitzung auf die Beratung und Miteinbeziehung der Eltern verwandt.

Behandlungsfelder der Logopädie

Therapieschwerpunkte bei Kindern

  1. Sprachentwicklungsverzögerung und –störung ››
  2. Sprachstörungen bei Wahrnehmungsstörungen oder LKG ››
  3. Sprachverständnisstörungen ››
  4. Störungen des Lautsystems (z.B. Aussprachestörungen) ››
  5. Dysgrammatismus ››
  6. myofunktionelle Störungen ››
  7. auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen (AVWS) ››
  8. Lese-Rechtschreibstörung (Legasthenie; Dyslexie/Dysgraphie) ››
  9. Stottern/Poltern ››
  10. Stimmstörungen ››
  11. Hörstörungen (z.B. Cochlea Implant) ››
  12. Wortschatzdefizite ››
  13. Pragmatische Störungen ››

Therapieschwerpunkte bei Erwachsenen

  1. Aphasien ››
  2. Dysarthrien ››
  3. Sprechapraxien ››
  4. Fazialisparesen ››
  5. Dysphagien (Schluckstörungen) ››
  6. Stimmstörungen ››
  7. myofunktionelle Störungen ››
  8. Artikulationsstörungen ››
  9. Stottern/Poltern ››
Haben Sie noch Fragen? Wurde Ihr Problem hier nicht erwähnt? Bitte kontaktieren Sie uns. Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

Therapieschwerpunkte bei Kindern

1. Sprachentwicklungsverzögerung und –störung

Unter einer Sprachentwicklungsverzögerung oder -störung versteht man jegliche Form der Beeinträchtigung bzw. zeitlichen Verzögerung der normalen kindlichen Sprachentwicklung.
Es können z.B. die Lautbildung, der Wortschatz, die Grammatik und verschiedene Wahrnehmungsbereiche gestört sein.
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2. Sprachstörungen bei Wahrnehmungsstörungen oder LKGS (Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte)

Kinder mit Wahrnehmungsproblemen oder -störungen haben Schwierigkeiten, Reize der Umwelt richtig wahrzunehmen und zu verarbeiten. Sie haben Probleme in den Bereichen der visuellen, auditiven und taktil-kinästhetischen (Fühlen und Tasten) Wahrnehmung und der motorischen Bewegungssteuerung. Laut Affolter und Sonderegger ist der wichtigste und grundlegenste Wahrnehmungsbereich für ein Kind der taktil-kinästhetische. Sprachentwicklungsstörungen beruhen häufig auf dieser basalen Wahrnehmungsstörung.
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3. Sprachverständnisstörungen>

Das Kind versteht trotz normalem Hörvermögen die Bedeutung von vielen Wörtern oder Sätzen nicht. Diese Kinder erfassen den Inhalt einer Aussage häufig durch Schlüsselwörter oder aus der Situation heraus. Dabei helfen ihnen oft die Mimik, Gestik und Sprechmelodie der Gesprächspartner. Die Kinder beherrschen die Strategien so gut, dass die Störung häufig von ihrem Umfeld nicht bemerkt wird. Die Anzeichen für eine solche Störung werden meist fehlinterpretiert. Hinweise für eine Sprachverständnisstörung können sein:

  • wenig entwickeltes Spielverhalten, sprunghaftes Spiel und wenig Zusammenspiel mit anderen Kindern
  • fehlende Fragen oder stereotype (wiederholende) Fragen, um das Gespräch scheinbar aufrecht zu erhalten, ohne echtes Interesse
  • auffälliges Sozialverhalten
  • Konflikte werden eher mit den Fäusten als mit Worten gelöst
  • das Kind sagt immer „Ja“ (so ist der Gesprächspartner am ehesten zufrieden)
  • in ungewohnten kommunikativen Situationen ist das Kind überfordert
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4. Störungen der Aussprache (Dyslalien)

Ein bestimmter Laut wird falsch ausgesprochen (z.B. lispeln): Sule statt Schule.
Ein Laut wird durch einen anderen Laut ersetzt: Lutsche statt Rutsche.
Ein Laut wird ausgelassen: Bume statt Blume.
Es können einzelne Laute, Lautgruppen oder aber das gesamte Lautsystem betroffen sein.
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5. Dysgrammatismus

Dysgrammatismus ist eine Sprachentwicklungsstörung, wobei das grammatische Regelsystem betroffen ist. Es kommt zu Fehlern im Satzbau (Umstellung und Auslassung von Satzelementen), Verwendung der Artikel, Beugung oder Stellung des Verbs und/oder Pluralfehlbildungen.
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6. myofunktionelle Störungen

Bei der myofunktionellen Störung ist die Muskulatur des Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereichs im Ungleichgewicht. Hinweise darauf können sein:

  • offene Mundatmung / fehlender Mundschluss
  • kurze Oberlippe, gerötete oder wulstige Unterlippe
  • Zunge liegt zwischen den Zähnen, Zunge scheint zu groß zu sein
  • Zunge stößt beim Schlucken gegen die Zähne oder schiebt sich dazwischen (dadurch offener Biss möglich)
  • erhöhter Speichelfluss
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7. auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen (AVWS)

Bei einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) kann das Kind bei normalem Hörvermögen die Höreindrücke nicht richtig verarbeiten. Es bestehen Probleme in den Teilfunktionen des Hörens:

  • Aufmerksamkeit
  • Merkfähigkeit
  • Richtungshören
  • Erkennen und Unterscheiden von Lauten (phonologische Bewusstheit)
  • Zuhören in lauter Umgebung (Schule/Kindergarten/Unterhaltung mehrer Personen)
  • Unterscheidungsfähigkeit ähnlich klingender Laute und Wörter

AVWS sollten immer frühzeitig behandelt werden, da sie sonst im späteren Entwicklungsverlauf Ursachen für Lese-Rechtschreibschwächen und andere Lernstörungen werden können.
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8. Lese-Rechtschreibstörung (Legasthenie; Dyslexie/Dysgraphie)

Das Hauptmerkmal dieser Störung ist eine umschriebene und schwerwiegende Beeinträchtigung in der Entwicklung der Lesefertigkeiten, die nicht alleine durch das Entwicklungsalter/Intelligenz, Visusprobleme oder unangemessene Beschulung erklärbar ist. Dabei gehen Lesestörungen häufig mit Rechtschreibstörungen einher, wobei es auch isolierte Rechtschreibstörungen gibt. Hierbei sind z. B. mündliches Buchstabieren und das korrekte Schreiben von Wörtern betroffen. Umschriebenen Entwicklungsstörungen des Lesens gehen Entwicklungsstörungen des Sprechens oder der Sprache voraus.

9. Stottern/Poltern

Beim Stottern (Balbuties) ist das Sprechen durch die Störung des Redeflusses beeinträchtigt. Es können Wiederholungen von Silben, Lauten, Dehnungen von Lauten und /oder Blockaden auftreten. Begleitet werden diese Symptome durch Verspannungen, Sprechanstrengungen, Mitbewegungen in Mimik und Körpermotorik in unterschiedlicher Ausprägungsform. Es kommt oftmals zu emotionalen Reaktionen und Vermeidungsverhalten im sprachlichen und sozialen Bereich bei erheblichem Störungsbewusstsein. Aufgrund dessen ist dann die gesamte Kommunikation beeinträchtigt.
Poltern
Poltern ist eine Störung des Redeflusses und des Sprechablaufs mit einem überhasteten, überstürzten Sprechtempo und einer verwaschenen undeutlichen Artikulation. Laute und Silben werden z. T. verdreht oder weggelassen, Satzteile ausgelassen, wiederholt oder umgestellt. Thematische Inhalte können oftmals nicht in der richtigen Reihenfolge wiedergegeben werden.
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10. Stimmstörungen

Eine kindliche Stimmstörung zeigt sich überwiegend durch häufig wiederkehrende oder dauerhafte Heiserkeit oder eine piepsige Stimmlage des Kindes. Die Lautstärke ist oftmals zu hoch oder wenig steigerungsfähig, die Tonhöhe nicht passend. Ältere Kinder klagen z. T. über Sprechanstrengung und Missempfindungen im Halsbereich.
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11. Hörstörungen (z.B. bei Versorgung mit Cochlea Implant)

Unter Hörstörungen versteht man die Einschränkung des Hörvermögens, die von der leichten Schwerhörigkeit bis hin zur Gehörlosigkeit reichen kann. Ein intaktes Hörvermögen ist die Voraussetzung für den physiologischen Spracherwerb. Bei Hörminderungen kann es daher zu unterschiedlich stark ausgeprägten Sprach- und Sprechstörungen kommen. Zunehmende Altersschwerhörigkeit kann zu Problemen in der Kommunikation und zu Stimmstörungen führen. Hörgeschädigte Personen werden häufig mit einem geeigneten Hörgerät oder sogar einem Cochlea Implant versorgt.
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12. Wortschatzdefizite

Es treten quantitative und/oder qualitative Probleme beim Wortschatzerwerb auf. Dies kann sowohl die Wortbedeutung (Semantik), als auch den Wortabruf und die Speicherung neuer Wörter betreffen.
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13. Pragmatische Störungen

Bei pragmatischen Störungen fällt es schwer bzw. ist es nicht möglich:

  • Blickkontakt herzustellen bzw. zu halten
  • Redekategorien einzuhalten (Frage – Antwort)
  • Regeln bei Spielformen einzuhalten (Rollenspiel, Regelspiel)
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Therapieschwerpunkte bei Erwachsenen

1. Aphasien

Eine Aphasie ist eine Sprachstörung nach Abschluss der Sprachentwicklung infolge neurologischer Erkrankungen (z. B. Schlaganfall, Schädel-Hirntrauma, Morbus Parkinson, o.ä.). Es können Beeinträchtigungen in allen Modalitäten betroffen sein: Sprachproduktion, Sprachverständnis, Lesen und Schreiben.
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2. Dysarthrien bzw. Dysathrophonien

Dysarthrien bzw. Dysarthrophonien sind erworbene Störungen des Sprechens, der Stimmgebung und der Atmung, die durch Schädigungen des Gehirns bzw. der Hirnnerven verursacht werden (ähnliche oder gleiche Ursachen wie bei Aphasien). Sie kommen durch zentrale oder periphere Lähmung, Schwäche oder durch Koordinationsstörungen der am Sprechen beteiligten Muskulatur zustande.
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3. Sprechapraxien

Eine Sprechapraxie ist eine Planungsstörung der Sprechmotorik. Deshalb kann es zu Störungen in der Lautbildung oder in der Sprechmelodie kommen, obwohl die muskulären Funktionen der Sprechwerkzeuge intakt sind. Außerdem sind häufig auffälliges Sprechverhalten oder sogar Suchbewegungen beim Sprechen zu erkennen.
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4. Fazialisparesen

Bei einer Fazialisparese handelt es sich um die Lähmung des Gesichtsnervs (N. fazialis), in der Regel einseitig. Sie kann z.B. nach Schlaganfall, Hirnblutung, Virusinfektion, Gesichtsverletzung und ähnlichem auftreten. Folgende Einschränkungen sind möglich: Ausspracheprobleme, Schluckprobleme, Bewegungseinschränkung der Gesichtsmuskulatur, fehlender Lid- und Lippenschluss.
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5. Dysphagien (Schluckstörungen)

Die Dysphagie (Schluckstörung) bezeichnet alle Arten von Einschränkungen und Schwierigkeiten beim oralen Vorbereiten und Schlucken von Speisen, Getränken und Speichel. Es können auch nur einige bestimmte Nahrungsmittel oder Flüssigkeiten betroffen sein. Das größte Risiko bei Schluckstörungen ist, neben der Mangelernährung, die sogenannte Aspirationsgefahr („Verschlucken“), d. h. das Speisen, Flüssigkeiten oder Speichel in die Atemwege gelangen, was langfristig zu einer Lungenentzündungen (Aspirationspneumonie) führen kann. Dysphagien können bei vielen neurologischen Erkrankungen (Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Morbus Parkinson, MS, Demenz,...) oder aufgrund organischer Erkrankungen (Verletzung peripherer Nerven, Z.n. OP im HNO-Bereich, Z.n. Tumorbehandlung, etc.) auftreten. Die Schwere und die Symptome einer Schluckstörung können sehr unterschiedlich sein. Bei jeder Form von Schluckstörung, ob leicht oder schwer, ist dringend eine logopädische Therapie angezeigt. Häufig können sogar schon kleine Veränderungen in der Situation der Nahrungsaufnahme eine Verbesserung der Symptomatik bewirken.
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6. Stimmstörungen

Bei Stimmstörungen handelt es sich um eine vorübergehende oder dauerhaft bestehende Beeinträchtigung der Stimme.
Symptome können sein: Heiserkeit, gepresster, rauer Stimmklang, geringe Belastbarkeit der Stimme, Missempfindungen im Hals, u.v.m.

Man unterscheidet zwischen funktionell bedingten Störungen (durch Gewohnheit oder Überlastung erworben, Veranlagung oder psychogen) und organisch bedingten Stimmstörungen. Bei den organisch bedingten Störungen liegen krankhafte Veränderungen im Kehlkopfbereich vor (Zustand nach Schilddrüsenoperationen, chronische Kehlkopfentzündung, Stimmlippenveränderungen, traumatische Veränderungen des Kehlkopfes, Fehlbildungen des Kehlkopfes, Entfernung des Kehlkopfes)
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7. myofunktionelle Störungen

Bei der myofunktionellen Störung ist die Muskulatur des Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereichs im Ungleichgewicht. Hinweise darauf können sein:

  • offene Mundatmung / fehlender Mundschluss
  • kurze Oberlippe, gerötete oder wulstige Unterlippe
  • Zunge liegt zwischen den Zähnen, Zunge scheint zu groß zu sein
  • Zunge stößt beim Schlucken gegen die Zähne (dadurch offener Biss und starker Überbiss möglich)
  • erhöhter Speichelfluss
Sie wird häufig begleitend zu einer kieferorthopädischen Behandlung therapiert. [zurück]

8. Artikulationsstörungen

Störung in der Bildung der Sprachlaute mit Hilfe der Sprechwerkzeuge. Von besonderer Bedeutung sind Zunge, Lippen und hinterer Gaumen.
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9. Stottern/Poltern

Beim Stottern (Balbuties) ist das Sprechen durch die Störung des Redeflusses beeinträchtigt. Es können Wiederholungen von Silben, Lauten, Dehnungen von Lauten und /oder Blockaden auftreten. Begleitet werden diese Symptome durch Verspannungen, Sprechanstrengungen, Mitbewegungen in Mimik und Körpermotorik in unterschiedlicher Ausprägungsform. Es kommt oftmals zu emotionalen Reaktionen und Vermeidungsverhalten im sprachlichen und sozialen Bereich bei erheblichem Störungsbewusstsein. Aufgrund dessen ist dann die gesamte Kommunikation beeinträchtigt.
Poltern
Poltern ist eine Störung des Redeflusses und des Sprechablaufs mit einem überhasteten, überstürzten Sprechtempo und einer verwaschenen undeutlichen Artikulation. Laute und Silben werden z. T. verdreht oder weggelassen, Satzteile ausgelassen, wiederholt oder umgestellt. Thematische Inhalte können oftmals nicht in der richtigen Reihenfolge wiedergegeben werden.
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Haben Sie noch Fragen? Wurde Ihr Problem hier nicht erwähnt? Bitte kontaktieren Sie uns. Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung.